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Kirche

Die Kirche auf dem Ostfriedhof wurde Ende des 19. Jahrhundert im Stile der Neugotik von dem bekannten Husumer Architekten Friedrich Thomsen geplant und gebaut. 1896 wurde die Christuskirche geweiht.

 

Bei der Neugotik handelt es sich um eine romantisierende Verherrlichung des Mittelalters. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts war diese Bauform besonders bei Kirchen weit verbreitet. Gotik bedeutet die Betonung der Vertikalen, das Streben zum Himmel, große Helligkeit durch hohe Fenster, sowie eine Raumeinheit zwischen Mittel- und Seitenschiff.

 

Die Westfassade (bei uns die Südfassade) wurde immer reichlich gegliedert und mit Fensterrosetten gestaltet. Durch einen schmalen, zum Himmel strebenden Turm wurde die Fassade betont. Dieses alles trifft auch auf den Ursprung der Christuskirche zu.

 

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Christuskirche im Jahre 1896

 

Doch nach erheblichen An- und Umbauten in den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, die allesamt keinen Blick für die ursprünglichen Bauformen und die Besonderheiten der Neugotik hatten, sieht die Christuskirche heute gänzlich anders aus.

 

So sind im rückwärtigen Bereich Anbauten für eine Aussegnungskirche entstanden und im Eingangsbereich wurde die sehr schöne Giebelstruktur mit Rosettenfenstern und Stundenglocke entfernt und gegen ein schornsteinähnliches Gebilde mit Kreuz ersetzt. Im Inneren der Kirche verblieben zwar die hohen Spitzbögen und die Mehrzahl der Fenster, aber insgesamt wurde die Kirche dunkler. Es ist nicht mehr viel Neugotik vorhanden.

 

Im Jahr 2012 wurde unsere Kirche renoviert und restauriert. Durch das neue Farbkonzept und den Orgelumbau haben wir unserer Kirche ein neues Gesicht gegeben, welches der ursprünglichen neugotischen Idee ziemlich nahe kommt. So haben wir nun in unserer Gemeinde einen neugotischen Sakralbau, ja fast eine kleine Kathedrale! Dies stellt an der Westküste ein Alleinstellungsmerkmal dar.

 

Ähnlich herausragend wie die Kirche sollte auch das neue Instrument sein. So haben wir uns für eine neue Orgel der traditionsreichen Firma „Beckerath“ entschieden.

 

Wer die Christuskirche kennt, der weiß, dass die Platzmöglichkeiten sehr beschränkt sind. Daher hat das neue Instrument nur 11 Register, was in der Regel bei fast allen Klangkonzerten recht einschränkt. Unser Kirchenkreiskantor Kai Krakenberg erklärt: „Schließlich kam nur eine Orgel im franzöisch-romantischen Stil in Frage, da dieser mit der Registeranzahl hervorragend zu realisieren ist.

 

Der Klang ist rund, sehr tragend und grundtönig. Er kann sehr verhalten sein, aber auch mächtig aufbrausend, ohne dabei penetrant oder gar erschlagend bzw. brüllend zu wirken. Er eignet sich hervorragend für kleine Räume und hat sich in Frankreich in Kirchen vergleichbarer Größe tausendfach bewährt. Insbesondere bei Trauerfeiern wirkt der Klang angenehm und tröstend.

 

Gleichzeitig ist auch auf kleinen Instrumenten des Klangstils ein erheblicher Anteil der französischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts adäquat darstellbar, aber auch Mendelssohn und Brahms oder kleine Werke von Reger klingen sehr schön. Sogar Bach ist möglich, klingt sehr gut - wenn eben auch ein bisschen „französisch“.

 

Zudem muss man dieses Klangkonzert im größeren Kontext sehen: Eine Orgel dieses Typus ist in Norddeutschland ziemlich einmalig. Etwas Besonderes eben!

 

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Christuskirche im Jahre 2013